Dieter Herrmann

Hallo, ich bin Dieter Herrmann.

Da ich nicht mehr in der Lage bin zu sprechen, erzählen Elena L. und Katharina F., zwei mir nahe stehende Mitarbeiterinnen aus dem TZ, von mir.

Dieter und Katharina

Herr Herrmann und Katharina F.

"Hr. Herrmann ist schon in den Anfängen des TZ`s eingezogen, das war 1989. Hr. Herrmann wurde als vermeintlich gesundes Kind 1964 in Bonn geboren. Mit 13 Jahren wurde seine progressive Erkrankung namens Leukodystrophie deutlich. Diese ist bis heute sehr weit fortgeschritten und hat zu einer schweren körperlichen Behinderung geführt. Herr Herrmann benötigt in allen Lebensbereichen umfassende Hilfe und hat nicht mehr ausreichen Kraft um zu sprechen. Er benutzt einen Rollstuhl, in dem er sich mit Unterstützung fortbewegt.

Herr Herrmann ist ein gläubiger Mensch. Als seine Erkrankung noch nicht so weit fortgeschritten war, half ihm sein Glaube, sich mit dem Thema Behinderung und Sterben intensiv auseinander zu setzen. Er hat seine Behinderung angenommen und kann damit umgehen. Durch seinen tiefen Glauben fühlt er sich trotz schwerem Schicksal getragen und geborgen."

 

Herr Herrmann auf dem Heuwagen

Herr Herrmann und Elena L.

"Herr Herrmann hat viele Interessen. Er ging z.B. gerne ins Konzert oder ins Kino und er kauft gerne für sich und andere Menschen ein. Bis heute freut er sich, wenn er neue Menschen kennen lernen kann und überhaupt genießt er es unter Menschen zu sein. Sie zu sehen und zu erleben ist für ihn eine wichtige Anregung, die sein Wohlbefinden steigert. Trotz häufiger körperlicher Erschöpfung wirkt er dann sehr wach und aufmerksam. Leider kann Herr Herrmann andere Personen nicht mehr von sich aus ansprechen. Er ist dabei auf die Hilfe ihm nahe stehender Menschen angewiesen. Durch seine Mimik gibt er zu verstehen, was er mag und was ihn stört, was ihn bewegt oder langweilt.

Herr Herrmann ist ein sehr empfindsamer Mann. Wenn andere Menschen erzählen, was sie erlebt haben, hört er aufmerksam zu. Wenn es dabei um bewegende Erlebnisse geht, ist er oft berührt und fängt an zu schluchzen. Er steht auch gerne selbst im Mittelpunkt und mag es, wenn über ihn berichtet wird.

Wie schon erwähnt ist Herr Herrmann ein sehr katholischer Mensch, der gerne in den Gottesdienst geht. Auch sonst verbringt er gerne Zeit in Kirchen, die für ihn zu den angenehmen Orten gehören, und zündet eine Kerze an. Von großer Bedeutung ist auch die Freizeitgruppe der Nommensenkirche. Seit 20 Jahren ist er Mitglied und besucht diese Gruppe sehr regelmäßig und gerne. Dort kommt Herr Herrmann mit vielen Menschen in Kontakt.

Früher war Herr Herrmann lange Zeit Mitarbeiter in den Beueler Werkstätten. Dort arbeitete er gerne und legte immer viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Die Arbeit selbst hat er sehr ernst genommen und hat stets konzentriert gearbeitet. Nun ist Herr Herrmann Rentner und verbringt seine Zeit sehr gerne in der Tagesgruppe im TZ. Dort wird auf seine Bedürfnisse eingegangen und der Tagesablauf seiner Befindlichkeit angepasst. Er kann mitten im Geschehen sein, sich aber auch zurückziehen, wenn er Ruhe möchte."